Drama und Theater im Zweit- und Fremdsprachenunterricht am 10./11. Juli 2015

Unter der Schirmherrschaft des Instituts für Fremdsprachen (IfF) fand an der Hochschule Reutlingen eine Fachtagung zum Thema Fremdsprachendidaktik mit Methoden aus der Theater- und Dramapädagogik statt. Rund 50 Teilnehmer trafen sich, um in Vorträgen Projekt-Erfahrungen und Forschungs-Ergebnisse auszutauschen und sich auch praktisch in verschiedenen Methodenworkshops fortzubilden. Dabei hatte die Tagung einen sehr weiten Einzugsbereich, denn die Teilnehmer waren aus ganz Deutschland sowie acht weiteren Ländern – Österreich, Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien, Marokko, Kanada und den USA – nach Reutlingen gekommen. Auch die Tätigkeitsfelder der Referenten und Tagungsgäste waren breit gefächert: Teilnehmer von Schulen, Hochschulen, der Lehrerausbildung und der außerschulischen Bildung nutzten die Tagung zur Weiterbildung und zum Knüpfen von Kontakten. Bei den Unterrichtssprachen dominierten Englisch und Deutsch als Fremdsprache, aber zum Beispiel auch Italienisch, Französisch, Chinesisch und Niederländisch waren vertreten. Ungefähr ein Dutzend Vorträge bildete den akademischen Teil des Programms und befasste sich unter anderem mit:

  • der empirischen Erfolgsmessung beim Einsatz von Theatermethoden im Unterricht – lernen Schüler damit tatsächlich besser?
  • den naturwissenschaftlichen Hintergründen zur Wirkung von Theatermethoden (Stichwort Spiegelneuronen)
  • mit kritischen Reflexionen über zahlreiche Praxisprojekte, zum Beispiel zum Thema 1. Weltkrieg im Deutschunterricht an einer französischen Schule, der dramapädagogischen Erkundung von Shakespeares Macbeth in einem Uni-Seminar, oder dem Einsatz von live-Performances zur Veranschaulichung
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    Eindrücke aus dem Workshop „Sprachförderung durch Dramapädagogik – Performative kulturelle und sprachliche Identitätsbildung“

    linguistischer Phänomene, um nur einige zu nennen.

Da im Bereich der Drama- und Theaterpädagogik aber die praktische Komponente sehr wichtig ist –kommt doch das Wort „Drama“ vom griechischen Wort für „tun“ – hatten die Teilnehmer in diversen Workshops dann auch Gelegenheit, selbst aktiv zu werden. Hier konnten sie zum Beispiel Methoden des Improvisationstheaters oder die Entwicklung eigener Theaterstücke für den Unterricht ausprobieren. Eine Podiumsdiskussion, eine Abendveranstaltung mit Impro-Show und ein Plenarvortrag der Herausgeberin der Fachzeitschrift „Scenario“, die sogar aus den USA angereist war, rundeten das Programm ab. „Ich bin sicher, jeder von uns hat eine Ladung guten Input mit nach Hause genommen“, so eine Teilnehmerin im Anschluss an die Tagung.

Programm und Abstracts der Vorträge und Workshops

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